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Maximilian Schlechtinger

Geld verdienen, die Hollowness von Materialismus und Erkenntnis als Kontostand

Geld verdienen, die Hollowness von Materialismus und Erkenntnis als Kontostand

Es scheint einen Grund zu geben, weshalb ich in diesem Leben noch keinen Kontostand von einer Million habe. Die kurze Antwort ist, dass ich keine Ahnung hätte, was ich damit anstellen würde. Wenn ich mir anschaue, dass ich mit den Gegenständen in meinem Leben auf diese Art und Weise klarkomme und auch ohne Rücksicht auf Verluste direkt die Dinge ausmiste, die mir nicht mehr dienlich sind, dann wird mit eine Sache klar: Ich kann eine Frage nicht beantworten: Wenn ich mir kein unnötiges Spielzeug kaufe und damit alle Inseln der Seychellen besuche. What in space do I want with money?Mir reicht es völlig aus von jeder Sorte Gegenständen genau die minimale Anzahl zu haben und diese dann in einen Rucksack oder das entsprechende Equivalent zu packen. Klar ist das leichter in einem Van und es heult sich auch angenehmer in einem Bugatti als in einem Fiat 500 … doch wenn ich genauer drüber nachdenke: Nein!Traurigkeit und Depression ist unabhängig vom delusional safety net eines Kontostandes und Heulen im Bugatti ist genauso traurig wie auf einer Schaukel. Dort scheint kein Gewinn in Richtung Lebensfreude und Bestimmung zu liegen. Nur Komfort und Bequemlichkeit.

Geld

Geld ist eine praktische Angelegenheit und ohne die cleveren Gedankenkonstrukte von Kreditinstituten, Kapitalisten und dem alten Fellow Karl Marx wäre diese Welt sicher nicht dort, wo sie ist. Doch für Unternehmer gilt: Geld ist nur gut, wenn es im Durchlauf ist. Finanzieren, Gewinnen und Re-Investieren. Das Geld das liegt, das kostet auch. Coole Sache und für alle anderen? Für Menschen, die nicht im Unternehmer-Business sind ist Geld dann doch vielmehr nur ein Stressfaktor. Ab dem Zeitpunkt, wo sie ihren Einkommensstrom so gelegt haben, dass er ihre Bedürfnisse deckt und diese nicht weiter wachsen ist es doch irrelevant. Wenn für Menschen von Kartoffeln im Keller bis zum Weißwein vorm Kamin gesorgt ist, was machen sie dann mit dem Rest? Wenn man nicht gerade die Menschheit anschubsen will ihren blauen Planeten für eine Reihe Space Colonies auf Mars, Titan und Enceladus einzutauschen; was macht man dann mit Geld? Geld schafft dann immer eine Seite des gleichen Problems. Man hat entweder zu viel oder zu wenig. Es juckt in der Tasche oder der Kontoauszug schreit einen an. In meiner Welt macht Geld-Verdienen keinen richtigen Spaß, weil es unter Privatpersonen nur hin und her geschoben wird. Zwischen Firmen, Staaten und juristischen Personen ist das eine völlig andere Geschichte. Doch im Leben des Einzelnen gilt: Dein Geld gehört nicht dir, du bist nur mit Festhalten an der Reihe. Ich glaube, ich habe gerade wenig Geld in meinen Händen, weil es sich leichter und sicherer anfühlt keines zu haben. In leeren Taschen steckt eine Leichtigkeit des Einfallsreichtums und der Freude ein Anfänger zu sein.

Materielles

Das Anhaften an materiellen Dingen würden die Buddhisten wahrscheinlich als eine der  menschlichen Charakteristika bezeichnen. Je mehr man hat, so mehr möchte man haben. Wie dreadful das wäre. All den Kram, den man so besitzt muss man ja auch von A nach B bringen, wenn man mal den Wohnort wechselt. Was ist das für ein Leben, dass in LKWs und Speditionen muss, anstatt in Rucksäcke und Handgepäck? Die Tatsache, dass ich versuche an so wenig materiellen Dingen wie möglich festzuhalten macht mich nicht unbedingt zu einem besseren Menschen, lediglich zu einem pragmatischeren und vielleicht auch praktischeren. Da bin ich wie ein Einsiedlerkrebs, der seinen Besitz auf dem Rücken braucht. Minimalismus ist der Begriff der eigentlich so alt ist wie Diogenes und seine Tonne. Was du besitzt besitzt schließlich auch dich. Ein Minimalist ist klassischerweise auch jemand, der es sich zur ständigen Aufgabe gemacht hat herauszufinden was zu den Kernwerten seines Handels gehört und durch diesen Filter alle Entscheidungen laufen zu lassen. Die regelmäßigsten Entscheidungen sind Kaufentscheidungen und je klarer dort die Priorität ist, desto leichter die eigene klare Linie.Für mich selbst gilt, dass ich das meiste meiner Besitztümer gern in einen Rucksack und zwei Handgepäcktaschen packen können möchte. Es gibt einige offensichtliche Ausnahmen von dieser Regel, wie etwa meine Schwerter oder den Monitor zu meinem Mac, doch die angestrebte Tendenz sollte so sein. Alle Gegenstände, die diese gedankliche Gemarkung überschreiten dürfen entweder gehen, oder kommen gar nicht erst rein. Mehr Besitz in meinem Leben ist eine gefühlt größere Belastung als mehr oder weniger Schulden. Der Kontostand dessen was materiell gebunden ist, ist zugleich auch viel sichtbarer und offensichtlicher, als der bei einer Bank. Es geht zurück zur Ursprungsfrage: Wenn man mit viel Geld kein Spielzeug kauft, was macht man dann damit? Ein Sportwagen passt nicht ins Handgepäck, geschweige denn hat er den Stauraum für Selbiges.

Erkenntnis

Als Dr Faust von Mephisto gefragt wurde, was seine Ambition für den Pakt mit dem Teufel wäre, da war seine Antwort, er würde gern wissen “was die Welt im Innersten zusammenhält”. Was auch immer das jetzt ist.Kaufentscheidungen gaukeln Menschen gern das Gefühl von Bedürfnisbefriedung vor. Kauf dies und fühl dich gut. Nach einer Weile wird aber schnell klar, dass dies eine hohle Masche ist. Es funktioniert nur, wenn man dabei bleibt und sich im Kaufrausch treiben lässt. Wenn es nicht so einen Spaß machen würde neue Dinge zu kaufen, warum würden Menschen das überhaupt tun? Doch der Dopamin-Serotonin-Kick nach jedem Erstehen einer neuen Materiellen Form der Ersatzbefriedigung rechtfertigt dies anscheinend. Fragt man Menschen jedoch in welchen Situationen sie sich am glücklichsten fühlen, dann geben sie gern ihre unterschiedlichsten Begegnungen mit Flow-Zustanden an. Die Sorte Dinge wo sie Raum und Zeit vergessen und einfach im Jetzt leben. Für jeden Menschen kann diese Zusammenstellung von Tätigkeiten und Situation anders sein. Das Ergebnis ist jedoch das gleiche. Man verliert sich in seiner Tätigkeit und blendet das Gefühl von Identität komplett aus. In diesem Zustand kann kein Gefühl von Depression oder Angst entstehen, da diese beiden Dinge an das Erleben von Identität geknüpft sind.Menschen, die sich mit geistigen Tätigkeiten befassen beschreiben allerdings noch eine weitere Form des Glücklichseins: Die Erkenntnis. Erkenntnis ist das Aha-Erlebnis, welches entsteht sobald man einen Sachverhalt, eine Idee oder einfach einen weiteren Puzzlestein dieser Welt verstanden hat. Von Mathematik bis hin zum Monopoly-Spiel ist jedes bisschen legitim. Das interessante an Erkenntnis ist, dass man sie nicht rückgängig machen kann. Es ist ein bisschen wie Gehalt erhalten, ohne die Möglichkeit Geld auszugeben. In der Academia wird das “Aha-Erlebnis” als höchste Währung gehandelt. Der Moment des Heureka von Archimedes bis Interstellar ist das ewige Ziel des Wissenschaftlers. Ihre Disziplinen sind egal, das ist das, was sie eint. Deshalb fahren sie wahrscheinlich einfache Autos und machen sich weniger aus ihrer Einrichtung. Es lebe der Erkenntnisgewinn.

Konklusion

Die Frage bleibt. Wie füllt man den Raum im Leben? Man füllt ihn nicht, man lässt ihn einfach dort sein. Wenn es im Leben darum gehen soll, dass man möglichst viel oder möglichst wenig hat, dann ist es ein race-to-the-bottom oder ein race-to-the-ceiling. In beide Richtungen irgendwie nicht zufriedenstellend. Das Einfachste ist somit das Leben im Flow, das Leben ohne materielle, dafür mit intellektuellen Ambitionen. Das Leben im Jetzt. Vielleicht um im Bugatti zu heulen, vielleicht aber auch mit dem Rucksack im Kloster. Es ist eigentlich egal. Das Leben im Jetzt geschieht ja genau dort. Im Jetzt.

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